WDR Servicezeit :Mobil 09. Februar 2010

Ausflugstipp: Licht und Schatten in Unna

 Von Klaus Kuderer

er Unna nur als Autobahnschild oder als den „kleinen Nachbarn“ von Dortmund kennt, dem entgehen in der alten Hansestadt am Hellweg nicht nur ein historisches Stadtzentrum mit viel Fachwerk, sondern auch lichte und dunkle Momente, die man nicht so leicht wieder vergisst.

 Lichtkunst in Brauereigewölben als Highlight

In der ehemaligen Lindenbrauerei aus dem 19. Jahrhundert mit seinem 52 Meter hohen Schornstein steigt man hinab in das weltweit einmalige Zentrum für Internationale Lichtkunst. Dort, wo früher alte Biergärbecken und Kühlkellerräume den Gerstensaft reifen ließen, hielten 2001 die bekanntesten Lichtkünstler Einzug: Olafur Eliasson, James Turrel oder Rebecca Horn haben für das Unnaer Industriedenkmal Räume geschaffen, die nicht nur Kunstkenner faszinieren.

Stadtführung in historischen Privatkellern

„Da hier eine Ackerbürgerstadt war und kein schickes Schloss steht, wollen wir unter Tage den Besuchern Unna näher bringen“, erklärt Stadtführer Wolfgang Patzkowsky. Und schon geht es unterirdisch weiter, zum Beispiel unter das Musikhaus Ebel in die Kunstkellergalerie „Nowodworski“. Die Gemäuer aus dem 15. Jahrhundert haben selbst die Zerstörungen des 30-jährigen Krieges überlebt. Einige Meter weiter wurde sogar ein Goldschatz aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Heute blinken hier kleine Lampen und sind Skulpturen ausgestellt, und Spiegel reflektieren Kerzenlicht in die Gänge.

In einem anderen Fachwerkhaus neben der Stadtkirche haben sich die Bewohner ihren ganz eigenen Partykeller eingerichtet. Die Bruchsteinmauern aus Sandstein stammen aus dem 16. Jahrhundert. An der Theke lädt „Kellerkind“ Wolfgang Patzkowsky dann seine Gäste zu einem Glas Wein ein. Ein halbes Dutzend Privatkeller stehen auf seinem Programm. Dieser Rundgang unter Tage bietet dann immer auch Zeit für Geschichte und Geschichtchen der Hansestadt.



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